Brot um die Welt — Asi­en

Brot um die Welt — Asi­en

Auf unse­rer Brot-Welt­rei­se machen wir dies­mal Halt in Asi­en. Obwohl Asi­en der Ruf als Reis­land hat, erfreut sich Brot immer grö­ße­rer Beliebt­heit. Des­halb haben wir eine klei­ne Rei­se durch ein paar asia­ti­sche Län­der wie Indi­en oder Japan gemacht und erzäh­len euch etwas über die dor­ti­gen lan­des­ty­pi­schen Brot­sor­ten.

Indi­en

Neben Reis zählt das Brot in Indi­en zu den wich­tigs­ten Grund­nah­rungs­mit­teln. Doch wer jetzt denkt, es gibt nur das eine indi­sche Brot, das Naan, der irrt gewal­tig. Denn in Indi­en gibt es über hun­dert ver­schie­de­ne Brot­sor­ten: Her­ge­stellt aus unter­schied­li­chen Getrei­de­ar­ten wie Wei­zen, Reis, Lin­sen, Hir­se. Die Bro­te wer­den mit oder ohne Trieb­mit­tel, durch Fer­men­ta­ti­on, gesäu­ert oder unge­säu­ert geba­cken, frit­tiert, gebra­ten oder gedämpft. Daher sind die indi­schen Brot­sor­ten in Form, Kon­sis­tenz und Geschmack sehr unter­schied­lich: Von Kugeln bis zu Cra­ckern, von weich bis hart, von mild bis scharf.

Wäh­rend das Brot mit­tags und abends nur optio­na­ler Beglei­ter ist, darf es in Indi­en beim Früh­stück nicht feh­len. Beson­ders beliebt zum Früh­stück ist das Ildi, ein rund­li­ches, kom­pak­tes Brot aus Reis­mehl. Mit schar­fen Pas­ten, Sau­cen, Chut­neys oder den Res­ten vom Vor­tag wird es zum Früh­stück geges­sen. Das Brot erfüllt in Indi­en meh­re­re Zwe­cke: Zum einen ist es ein mil­der Aus­gleich zu den schar­fen Spei­sen, zum ande­ren dient es als „Besteck“. Beson­ders in Regio­nen, wo noch mit den Fin­gern geges­sen wird.

Die Urform des indi­schen Bro­tes ist das Fla­den­brot: Es besteht aus Was­ser und Mehl und wird in einer Pfan­ne geba­cken, bis es Bla­sen wirft. Die­ses Fla­den­brot, das Cha­pa­ti oder auch Roti genannt, ist in ganz Indi­en sowie in vie­len ande­ren Län­dern Süd­asi­ens und Ost-Afri­kas ver­brei­tet.

Das Naan ist eines der bekann­tes­ten indi­schen Bro­te. Es wird im Tandur (tra­di­tio­nel­ler indi­scher Ofen; die Fla­den­bro­te wer­den an den hei­ßen Sei­ten­wän­den geba­cken) geba­cken und besteht aus Wei­zen­mehl, Joghurt, Hefe und Ghee (ein Fett, das meist aus But­ter gewon­nen wird). Wie das Cha­pa­ti ist es ein Uni­ver­sal­brot.

Das Bah­to­ra oder Bah­tu­ra ist ein frit­tier­tes Bal­lon­brot, das aus gesäu­er­tem Teig besteht. Es wird ger­ne in Nord-West Indi­en zu ver­schie­de­nen Cur­rys geges­sen. Eine gegen­sätz­li­che Form besitzt das Khakhra, ein dün­nes, gewürz­tes Fla­den­brot. Es ähnelt einem Cra­cker und wird zu Sab­ji (wür­zi­ge Gemü­se­ge­rich­te) oder zwi­schen­durch als Imbiss geges­sen. Man­che Bro­te wie das Kul­cha, Para­tha oder Bha­kri sind mit Gemü­se und Ähn­li­chem gefüllt.

Chi­na

Brot, wie wir es ken­nen, gibt es in Chi­na nicht. Chi­ne­sin­nen und Chi­ne­sen machen auch kei­nen Unter­schied zwi­schen Rog­gen- oder Wei­zen­brot, Crois­sants oder Toast – sie bezeich­nen ein­fach alles als Brot. Statt Brot wird in Chi­na haupt­säch­lich, wer hät­te es gedacht, Reis geges­sen.

Doch der Sie­ges­zug des Bro­tes hat sei­nen Weg auch nach Chi­na gefun­den und das Brot wird immer belieb­ter. Beson­ders bei der chi­ne­si­schen Mit­tel­schicht fin­det es sehr gro­ßen Anklang.

Das chi­ne­si­sche Brot, was unse­rem Brot am ähn­lichs­ten ist, ist das Man­tou. Die­ses ist ein weiß­li­ches, wei­ches Dampf­brot und besteht aus Wei­zen­mehl, Was­ser und Hefe. Man­tou hat einen süß­li­chen Geschmack und wird daher meist zum Früh­stück oder als Bei­la­ge geges­sen. Oft­mals wer­den die Bröt­chen auch mit Schwei­ne­fleisch, Gemü­se oder Boh­nen gefüllt.

Shao­bing-Bröt­chen stam­men ursprüng­lich aus dem Iran und wur­den etwa 100 Jah­re nach Chris­tus von ira­ni­schen Flücht­lin­gen mit­ge­bracht. Die Bröt­chen gibt es in ver­schie­de­nen Vari­an­ten: süß oder herz­haft sowie mit oder ohne Fül­lung. Meist ähneln sie dem Naan-Brot. Da vie­le der chi­ne­si­schen Haus­hal­te kei­nen Back­ofen besit­zen, wer­den die Shao­bing-Bröt­chen meist an Stra­ßen­stän­den gekauft, sie sind sozu­sa­gen chi­ne­si­sches Street­food. Ning zeigt euch wie man die Bröt­chen ein­fach sel­ber Zuhau­se nach­ba­cken kann.

Japan

Im 16. Jahr­hun­dert fand das Brot den Weg nach Japan. Schuld dar­an waren die jesui­ti­schen Mis­sio­na­re aus Por­tu­gal. Spä­ter, nach dem Zwei­ten Welt­krieg, kam das Toast­brot hin­zu und noch etwas spä­ter fran­zö­si­sche Back­wa­ren wie Baguettes und Crois­sants.

Wie in den meis­ten asia­ti­schen Küchen herrscht auch in der japa­ni­schen Küche der Reis vor. Doch es lässt sich einen Wan­del erken­nen, denn mitt­ler­wei­le ist der Brot­kon­sum enorm ange­stie­gen und das Brot wur­de zu einem ernst­zu­neh­men­den Kon­kur­ren­ten für den Reis.

Japa­ni­sche Brot­sor­ten wie das japa­ni­sche Toast­brot Sho­ku­pan, das Melo­pan oder das gefüll­te Anpan sind eher süß­lich. Das Sho­ku­pan ist ein wei­ches, fluffi­ges Toast­brot mit süß­li­chem Geschmack. Damit es sei­ne Feuch­tig­keit behält, wird es in einer Kas­ten­form mit Deckel geba­cken. Das Melo­pan ist ein belieb­tes Süß­ge­bäck und heißt über­setzt „Melo­nen­brot“. Der luf­ti­ge Teig wird von einer dün­nen Mür­be­teig­schicht umhüllt. Um dem Namen gerecht zu wer­den, wird ein Git­ter­mus­ter in den Mür­be­teig geritzt.

Außer­dem erwei­tern man­che Bäcke­rin­nen und Bäcker die Zuta­ten­lis­te mit Scho­ko­stück­chen, Melo­nen-Aro­ma oder -Sirup sowie ande­ren (süßen) Zuta­ten. Das Anpan ist ein japa­ni­sches Weiß­brot, wel­ches mit Anko gefüllt wird. Anko ist eine rote Boh­nen­pas­te, die aus Adzu­ki­boh­nen besteht und in vie­len japa­ni­schen, chi­ne­si­schen oder korea­ni­schen (meist süßen) Spei­sen vor­kommt.

In vie­len asia­ti­schen Län­dern wie Thai­land oder Indo­ne­si­en gibt es in der ursprüng­li­chen Küche kein Brot. Jedoch wur­de durch den Tou­ris­mus das Brot ins Land gebracht und so fin­den sich mitt­ler­wei­le in vie­len Super­märk­ten diver­se Brot­sor­ten. Das Toast­brot ist hier wohl eines, wel­ches man am häu­figs­ten fin­det. Auch eröff­nen immer wie­der deut­sche, fran­zö­si­sche oder ande­re euro­päi­sche Bäcke­rei­en, die die Ein­hei­mi­schen von ihrer Brot­kul­tur über­zeu­gen wol­len.

Wei­te­re Bei­trä­ge

2019-09-13T08:38:20+02:00