Der Brauch rund ums Agat­hab­rot

Schon gewusst? Der Brauch rund um das Agat­hab­rot

Der 5. Febru­ar ist der Gedenk­tag der hei­li­gen Aga­tha von Cata­nia. An die­sem Tag oder an des­sen Vor­abend wird im Alpen­raum das soge­nann­te Agat­hab­rot geseg­net und ver­teilt. Doch was hat es damit auf sich?

Woher kommt der Brauch?

Aga­tha von Cata­nia wur­de laut Über­lie­fe­run­gen im Jahr 225 auf Sizi­li­en gebo­ren. Schon früh schwor sie als gott­ge­weih­te Jung­frau ewi­ge Jung­fräu­lich­keit und lehn­te des­halb den Hei­rats­an­trag des Statt­hal­ters von Sizi­li­en, Quin­ti­nia­nus, ab. Dar­über war Quin­ti­nia­nus so erzürnt, dass er Aga­tha in ein Freu­den­haus ver­schlep­pen, und auf grau­sa­me Art fol­tern und töten ließ.

Im Jahr 250, ein Jahr nach ihrem Tod, kam es zum Aus­bruch des Ätna. Doch mit Agathas Schlei­er konn­te der Lava­strom auf wun­der­sa­me Wei­se gestoppt wer­den. Seit­her gilt die hei­li­ge Aga­tha als Schutz­pa­tro­nin der Feu­er­wehr und das geweih­te Agat­hab­rot als Mit­tel gegen Brän­de und Feu­er.

In Ecken gestreu­te Brot­kru­men soll­ten das Haus vor Feu­er bewah­ren. Gele­gent­lich wur­den in den ers­ten Laib Brot, der beim Backen in den Ofen kam, die fünf Fin­ger der rech­ten Hand gedrückt. Dazu wur­de ein Segens­spruch gespro­chen. Wenn es im Ort brann­te, wur­de die­ser soge­nann­te „Griff­laib“ ins Feu­er gewor­fen.

In vie­len katho­li­schen Gegen­den wird am 5. Febru­ar, dem Gedenk­tag der hei­li­gen Aga­tha, auch heu­te noch Brot geweiht und ver­teilt. Eine ein­heit­li­che Rezep­tur für das Brot gibt es dabei nicht, das Beson­de­re ist die Seg­nung.

Wie hilft Agat­hab­rot?

Das Agat­hab­rot ist Bestand­teil vie­ler volks­tüm­li­cher Bräu­che. So soll­te immer ein Stück Agat­hab­rot Zuhau­se auf­be­wahrt wer­den. Angeb­lich konn­te die­ses Stück Brot nicht schim­meln. So wur­de sicher­ge­stellt, dass immer genü­gend Brot für die Fami­lie vor­rä­tig war. Agat­hab­rot wur­de auch Dienst­bo­ten gereicht, die eine neue Stel­le antra­ten.

Agat­hab­rot galt außer­dem als wohl­tu­end für Kran­ke. Ihm wur­de der Schutz vor Fie­ber und Krank­hei­ten in der Brust zuge­spro­chen. Auch gegen Heim­weh, das ja oft „wie Feu­er brennt“, soll­te Agat­hab­rot hel­fen. Direkt nach der Geburt eines Kin­des ein­ge­nom­men soll­te es bei Frau­en den Milch­fluss sichern.

Aus Dank­bar­keit für die Ret­tung ver­schüt­te­ter Berg­leu­te aus dem ein­ge­stürz­ten Stol­len des Sil­ber­berg­werks, wur­de Anfang des 16. Jahr­hun­derts im Sil­ber­tal eine der hei­li­gen Aga­tha geweih­te Kir­che errich­tet. Am Gedenk­tag wird hier und in ande­ren Regio­nen des Lan­des das Agat­hab­rot auch heu­te noch in einem fei­er­li­chen Got­tes­dienst geseg­net.

Auch dem Vieh wur­de es vor dem Alp­auf­trieb ver­füt­tert. Dies soll­te Unheil fern­hal­ten und sicher­stel­len, dass sich die Kühe ver­tra­gen. Och­sen erhiel­ten Agat­hab­rot vor dem ers­ten Anspan­nen vor einen Pflug und Kühe vor dem Kal­ben. Auch in den Stäl­len wur­de zum Schutz der Tie­re ein Stück depo­niert. Und natür­lich wur­de es von den Bau­ern auch mit auf die Alp­hüt­ten genom­men, wo es eben­falls zum Schutz für das Vieh neben dem Kreuz plat­ziert wur­de.

Agat­ha­schild

Wei­te­re Bei­trä­ge

2019-02-05T08:08:38+01:00